Blick in die Produktionsanlage
Ein Produkt - viele Eigenschaften
EVM ohne Vinylacetat wäre im Prinzip nichts anderes als Polyethylen (PE). Und EVM ohne Ethylen: bloßes Polyvinylacetat. Beides sind bekanntlich thermoplastische Werkstoffe. Aber zwischen diesen beiden Extremen stecken ganz erhebliche technische Möglichkeiten.
Denn die statistische Mischung von Vinylacetat (VA)- und Ethylenbausteinen bei der Levamelt®-Synthese bei LANXESS schafft ein außerordentlich bewegliches Kettenmolekül, das bei weitem nicht so starr ist wie das des Polyethylens oder des spröden Polyvinylacetats (PVA). Zwischen etwa 40 und 70 Prozent VA-Anteil verhält sich der Werkstoff sogar wie ein lupenreines Elastomer - so entsteht ein sehr widerstandsfähiger Gummiwerkstoff mit der Robustheit des Polyethylens.
Der Einbau von Vinylacetat-Bausteinen in die unpolare Polyethylen-Kette bringt aber noch weitere Vorteile mit sich. Denn jedes Prozent VA macht das Polymer polarer: Reines Vinylacetat ist fast so polar wie Polyvinylchlorid (PVC). Daher steigt mit dem VA-Gehalt zum Beispiel die Ölbeständigkeit des Levamelts®. EVM-Typen mit hohem Vinylacetat-Gehalt quellen also auch in heißen Ölbädern kaum noch.
Ganz nebenbei sorgt die über den VA-Gehalt einstellbare Polarität auch für eine exzellente Verträglichkeit mit polaren Füllstoffen wie Silica oder anderen polaren Polymeren wie eben PVC. Aus diesem Grund ist Levamelt® auch ein idealer polymerer - d.h. nicht mehr auswaschbarer - Weichmacher für diesen weitverbreiteten Kunststoff. Auch die Glasübergangstemperatur des Polymers ändert sich mit steigendem VA-Gehalt: Bis 50 Prozent Vinylacetat liegt die Glasübergangstemperatur nahezu konstant unter -30°C. Mit höheren VA-Gehalten steigt sie auf bis zu 0 °C bei 80 Prozent VA.
